Montagsrunde Nr. 18: Quo vadis, Berater?
Edit (12.07., 07:49h): Dem ein oder anderen dürfte es gestern Abend aufgefallen sein: Die Montagsrunde fand nicht statt, da es mich gesundheitlich etwas gebeutelt hatte. Sorry an alle, die auf die Show gewartet haben. Der neue Termin ist, wenig überraschend, wieder ein Montag - und zwar der 18. Juli 2011 um 20.30 Uhr. Bitte im Kalender eintragen und weitersagen. Danke.
Zugegeben, die nun fast zweimonatige Funkstille seit der letzten "Sendung" war so nicht vorgesehen. Aber das ist nunmal das Risiko, wenn man nicht sofort einen Gastgeber und Moderator für die Folgesendung findet. Dafür haben wir die Pause aber nutzen können, um uns so manchen Gedanken eindringlich durch den Kopf gehen zu lassen und diverse Gespräche wie auch Diskussionen führen zu können, was ja auch nicht das Schlechteste sein muss.
Eine dieser Diskussionen hatte ich Anfang Juni, obwohl es mir erst wie gestern vorkommt. Der mir persönlich leider noch unbekannte, aber dennoch sehr geschätzte Jörn Hendrik Ast alias @jormason hatte auf Twitter einen Tweet abgesetzt, der da lautete:
Für mich war das eine willkommene Steilvorlage einzusteigen, obwohl ich den Kontext nicht kannte, so dass sich folgender Dialog ergab:
Und so reifte der Gedanke auch mit Blick auf meine ganz eigenen Überlegungen der letzten Wochen mehr und mehr zum Wunsch heran, dies öffentlich zu diskutieren - mit euch. Warum also nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen und daraus eine Montagsrunde machen?
Denn die Überlegungen darüber, was ein Berater heute eigentlich können müsste und sollte, sind in der letzten Zeit meinem persönlichen Empfinden nach nicht immer zu Ende gedacht worden. Zuhören ja, Einbringen vielleicht, Lehren auf Wunsch, unliebsame Meinungen äußern besser nicht, ... Das Thema selbst ist wahrlich indifferent, aber allein die Tatsache, dass immer wieder darüber nachgedacht und gesprochen wird, zeigt bereits, dass es einen Bedarf zu geben scheint, um den Beruf wie auch die Berufung zum Kommunikationsberater (nicht zum kommunikativen Berater! Achtung, feiner Unterschied!) mit einer neuen Ausrichtung versehen zu wollen, auch wenn es dadurch schwerer wird in der Löwengrube zu bestehen.
Für mich gibt es dabei zwei Grundsätze, die mein Verständnis von PR und Beratung nach wie vor sehr stark prägen. Zum einen "Public Relations ist Werbung um Vertrauen" von Carl Hundhausen aus dem Jahre 1951 und zum anderen der - ich nenne es immer so - "Dreisatz der Öffentlichkeitsarbeit" nach Albert Oeckl, der PR als Arbeit in, für und mit der Öffentlichkeit definiert hat. Gleiches gilt für mich folglich auch in der Zusammenarbeit im Sinne des, für und mit dem Kunden. Dafür muss gerade in der heutigen Kommunikation aber auch das Mindset stimmen.
Beraten allein reicht da nicht mehr aus, Social-Media-Experte erst recht nicht. Marie-Christine Schindler schlug mit ihrem PR 2.0-Würfel (Bild vom Vortrag, ein ausführlicher Beitrag ihrerseits folgt noch), den sie jüngst auf dem Heidelberger Dialog 2011 vorstellte, in eine ähnliche Kerbe, fordert sie doch nicht nur die ohnehin zu erwartende strategisch langfristig ausgelegte Denkweise, sondern auch crossmediales, integriertes und vernetztes Denken. Ich sehe aber noch eine weitere Verantwortung beim Berater: Es geht vielmehr darum den Kunden in seiner Kommunikation zu coachen und fit zu kriegen. Heinz Wittenbrink nennt diese Nuance des Jobs Facilitator oder auch Enabler (nach Thomas Pleil, der eben jenen Ansatz auch in Darmstadt lehrt und auch an mich weitergab).
Und genau das möchte ich mit euch morgen Abend, am 11. Juli 2011, ab 20.30 Uhr (wegen Krankheit ausgefallen, neuer Termin siehe oben) unter http://www.ustream.tv/channel/montagsrunde7-11 in der 18. Montagsrunde mit euch besprechen. Ich würde mich freuen euch in der Diskussion im wie immer parallel laufenden Chat (für den man sich nicht registrieren muss - aber es hilft, um Statements den Namen zuordnen zu können) begrüßen zu können.
Bis morgen Abend!